Cursus Lektionstexte

Cursus Lektion 33 | Übersetzungstext | Ein Schock für den Kaiser

Augustus ruhte nach dem Essen auf einer Liege, als plötzlich ein Wächter des Schlafzimmers eintrat:„Verzeih mir, wenn ich deine Ruhe gestört habe. Der Tribun Patavinus fordert Zugang zu dir und sagt (sagend), dass die Sache keinen Aufschub dulde. Augustus schwieg lange. Schließlich:„Was meldet er?Welche Sache ist von so großer Bedeutung, dass sie nicht auf den morgigen Tag verschoben werden kann?“ Sofort sagte der Wächter: „Weiß ich doch nicht! Jener versichert jedenfalls, dass er eine schlimme Botschaft aus Germanien bringe. “Da erhob sich Augustus, wobei er sagte (sagend): „Führ ihn heran!“ Kaum war der Tribun eingetreten, als Augustus fragte: „Aus welchem Teil Germaniens bist du gekommen? Welche Schreckensnachrichten bringst du?“ Sofort antwortete der Tribun: „Ich bin aus einer Stadt der Ubier gekommen. Aber mein Sinn schreckt davor zurück zu berichten, was in Germanien…“ „Was ist mit Germanien, Rübennase? Habe ich denn dieses Land nicht unterworfen? Haben denn die Stämme der Germanen nicht durch Boten Frieden und Freundschaft des römischen Volkes erbeten?“ „Jenen Barbaren darf kein Vertrauen entgegengebracht werden. Q.Varus jedenfalls hat ihnen zu viel Vertrauen geschenkt.“ „Was ist geschehen? Berichte!“ „Die Germanen haben Varus gebeten, einige Streitfälle zu entscheiden. Da sie die römische Gerechtigkeit mit schmeichelnden Lobsprüchen hervorhoben, ist Varus ohne irgendeinen Verdacht mit dem Heer mitten nach Germanien hineingezogen. Eine Nachricht ist zu uns durchgebracht worden, dass er in eine Falle der Germanen getappt sei und zusammen mit drei Legionen ermordet worden sei. “Da schrie Augustus, die Hände zum Himmel streckend: „Oh, Jupiter“, sagte er,„mach, dass ich diese Niederlage ertrage!“ Man sagt, dass er so erschüttert worden sei, dass er viele Monate ungeschoren durch sein Haus irrte und manchmal so gar seinen Kösel an die Türpfosten schlug, wobei er schrie:„Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder!“